Die M-Days, der größte deutsche Kongress für die Mobilfunkbranche, findet Ende Januar 2011 in Frankfurt statt. Das Thema Apps wird dieses Mal eine wichtige Rolle spielen: ab dem dem heutigen Montag bis einschließlich 10. Januar 2011 können App-Entwickler ihre Apps zum Show Your App-Wettbewerb einreichen.
Waren es in diesem Jahr noch 120 Entwickler, die miteinander in Wettstreit um die beste App traten, so rechnen die Veranstalter im Januar mit über 200 Einreichungen. Nominiert werden können Apps aller mobilen Betriebssysteme und selbst solche, die es noch gar nicht in einen App Store geschafft haben. Entwickler haben hier die Möglichkeit, Feedback zu Ihren App Ideen zu erhalten, um gegebenenfalls noch Änderungen vornehmen zu können.
Organisiert und abgewickelt wird der Show Your App Award über den appstar, die App Wettbewerbsplattform, die wir gemeinsam mit IDG betreiben. Am 28. Januar 2011 werden wir das Ergebnis im Frankfurter Congress Center bewundern können.
Bei AppAdvisors beschäftigen wir uns mit der App Economy, d.h. mit der Entwicklung und Vermarktung von Apps und dem Einsatz der kleinen Softwareschnipsel aus Nutzersicht. Die Erkenntnis, dass die App eine Technologie darstellt, die zum allerersten Mal den Menschen nicht blöd aussehen lässt, sondern ihn unterstützt und ihm nützliche Dienste erweist, haben wir in einem Beitrag zusammengefasst:
Die App ist die erste Technologie, die das Zeug dazu hat, den Mensch-Maschine-Konflikt aufzulösen. Die App versetzt den Nutzer in die Lage, Technologie zu beherrschen. Sie tut es, indem sie haptisch, funktional und inhaltlich intuitiv bedienbar ist. Die App lässt den Menschen Herr der Lage werden: er muss sich nicht vor anderen (und sich selbst) blamieren – im Gegenteil: er kann durch geschickten Einsatz einer geeigneten App Probleme lösen, die gelegentlich zur Bewunderung durch alle – mindestens jedoch zu Respektsbekundungen seines Umfeld führend. Die App ist die erste Technologie, die dem Menschen ausschliesslich hilft.
Die AppAdvisors sind online. Heute haben wir dem ein Gesicht gegeben, was meine Kollegin Kira Song und ich mit unserem Team seit geraumer Zeit in Kooperation mit Medienpartnern wie stern.de und IDG Magazine Media betreiben: wir entwickeln Konzepte für die Vermarktung und Monetarisierung von Apps.
Mit appstory.tv produzieren wir Videos über Apps, App-Entwickler und andere Player in der App Economy. Gemeinsam mit IDG betreiben wir mit dem appstar die Plattform für Deutschlands beste Apps, die jährlich auf der CeBIT prämiert werden.
Neben diesen eigenen Projekten beraten wir Unternehmen beim Einsatz von Apps zu Brand Building, Kundengewinnung und Kundenbindung.
Die Anforderungen in der App Economy sind extrem vielfältig und bereiten uns sehr viel Spass - gemeinsam mit unserem Team und Netzwerkpartnern blicken wir gespannt auf ein arbeitsreiches neues Jahr!
Hierauf freue ich mich ganz besonders: auf der App-Entwickler-Konferenz der Telekom am 17. November werde ich einen Vortrag über die App Economy halten. Dabei werde ich versuchen, die wichtigsten Vermarktungswege für Apps aufzuzeigen, was App Developer tun können, um eine möglichst schnelle und starke Verbreitung ihrer Apps zu erzielen und welche Anforderungen Unternehmen an Apps stellen, die sie als Kundenbindungsinstrumente oder Umsatzverstärker einsetzen.
Insbesondere die Tage auf der appnation Konferenz in San Francisco sind sehr hilfreich gewesen, die App Industrie noch besser einschätzen zu können. Dort haben wir mit Entwicklern, Medienunternehmen, Beratern und Venture Capitalists gesprochen und eine recht homogenes Bild der App Welt erlangen können. Besonders freut es mich, dass in Bonn auch der Entwickler einer der bekanntesten Apps überhaupt - Doodlejump - Igor Pusenjak, wieder mit von der Partie ist.
Es ist vollbracht! Am 13. Oktober 2010 haben wir den appstar gelauncht - die deutschlandweit erste Website für die Wahl der besten Apps.
Die Website ist ein kompletter Eigenbau, erdacht, konzipiert und gebaut vom appstory.tv-Team, sowie Simon und Robert, unseren beiden fantastischen Entwicklern. Große Unterstützung haben wir dabei von unserem Partner IDG Media Magazine erfahren, mit denen wir den appstar gemeinsam betreiben.
Der appstar ist der Wettbewerb aller Smartphone Apps, deren Gewinner auf der nächsten Cebit im März 2011 gekürt werden.
Wie sieht der Wettbewerb genau aus?
Zunächst muss eine App für die Teilnahme am appstar nominiert werden. Momentan können alle 250.000 iPhone, iPod Touch und iPad Apps aus dem Apple iTunes Store nominiert werden. Die Apps anderer App Stores wie Android Market, Nokia Ovi Store, Blackberry Appworld etc. werden nach und nach ebenfalls nominiert werden können.
Ist eine App nominiert, kann sie gevoted werden. Bis zu 5 Sterne können für die Kritereien: Preis-Leistungs-Verhältnis, Design und Handhabung gegeben werden. Aus den drei Einzelwerten wird ein Gesamtwert errechnet, der den Rang im appstar Ranking ergibt.
Gevoted werden kann bis zum31. Januar 2011. Dann kommen die 10 besten Apps der jeweiligen Kategorien in die Hauptwahl und können nochmals bewertet werden. Die Bewertungen fließen zu 75% in die Hauptwahl ein - die restlichen 25% steuert die appstar Jury bei.
Die besten Apps über alle Kategorien hinweg bekommen auf der CEBIT am 7. März 2011 die Preise überreicht.
Als große App-Fans haben wir selbst schon einige Apps nominiert - und freuen uns über viele weitere Nominierungen und Bewertungen! Insbesondere für die App Entwickler ist der appstar ein Chance, Ihre App bekannt zu machen.
Über Feedback freuen wir uns - dies fliesst in die weitere Entwicklung des appstar ein.
Appnation Conference, Sep 13-14, 2010, San Francisco
Mit der Appnation Conference fand diese Woche das erste Event überhaupt statt, das sich ausschließlich um das Thema Apps drehte. "Show me the money!", "Wo sind die Umsatzpotentiale?" lautete das Motto der zweitägigen Veranstaltung, die sich dementsprechend weniger um die technischen Aspekte von Apps, sondern hauptsächlich um deren Vermarktung und Einsatz als Marketinginstrument drehte.
Interview mit Drew Ianni, Founder Appnation Conference
Hochkarätige Vertreter aus Venture Capital Gesellschaften aus dem Silicon Valley, Medienunternehmen wie Disney-ABC und Marvel, Netzbetreibern wie Comcast und Verizon, Marketingagenturen wie Interbrand, aber auch der Old Economy zugehörigen Unternehmen wie VISA oder GE diskutierten die Geschäftsmodelle der App Economy.
Drei große Themenbereiche dominieren die Panels:
(1) Welche Rollen werden die unterschiedlichen mobilen Plattformen wie Apples iOS, Googles Android, Blackberrys Appworld, Nokias Ovi und andere zukünftig spielen und wer bekommt welches Stück vom Umsatzkuchen ab?
(2) Welche Geschäftsmodelle bieten die größten Umsatzpotentiale: sind es Werbung, Abo- oder sogenannte Freemium-Modelle, Micropayments oder muss für Apps gar eine neue Art der Umsatzgenerierung gefunden werden?
(3) Wie müssen Apps beschaffen sein, dass sich mit ihnen zumindest eines der genannten Geschäftsmodelle verwirklichen lässt?
Antworten auf diese Fragen sind naturgemäß nicht eindimensional - dennoch ergaben sich aus den Panels, den Diskussionen im Teilnehmerkreis und den von uns geführten Interviews mit Keynote Speakers relativ klare Antworten:
Ad (1): Alle Teilnehmer sind sich einig, dass Apples iOS aufgrund seiner Geschlossenheit zur Zeit die einzige Plattform ist, die Partnern wie App-Entwicklern und Inhalteanbietern wie Disney oder Marvel eine verlässliche Geschäftsgrundlage bietet. Der einzige relevante Wettbewerber Google stellt mit dem Android Market keine Alternative dar, für Entwickler aufgrund des hohen Anteils kostenloser Apps, für Inhalteanbieter aufgrund fehlender Standards hinsichtlich technischer und inhaltlicher Sicherheit.
Die Frage der zukünftigen Relevanz von Android konnte nicht eindeutig beantwortet werden: liegt Googles mobiles Betriebssystem hinsichtlich der Anzahl in Benutzung befindlicher Geräte bereits vorn, skeptisch zeigten sich die Teilnehmer jedoch, ob sich die Schwachstellen des Marketplace in absehbarer Zeit beheben lassen. Möglicherweise - so hieß es - muss der Android Market von Grund auf neu konzipiert werden, bevor er zu einer ernsthaften Alternative zum iTunes Store werden kann.
Ad (2): Die Frage nach den erfolgreichen Geschäftsmodellen in der App Economy wurde weniger eindeutig beantwortet, als die nach der erfolgreichsten Plattform. Alle Teilnehmer glauben an den Erfolg von Freemium-Modellen, also Services oder Inhalte, die zu einem gewissen Anteil kostenlos angeboten werden, deren aufwendigere Funktionen bzw. vollständigen Inhalte jedoch kostenpflichtig sind. Auch werden Abonnements als zukunftsträchtig angesehen, schon allein deswegen, da Apps mit einer geringen Nutzungsdauer von durchschnittlich 3 Monaten sich nicht als Umsatzbringer eignen, wenn sie lediglich einmalig gekauft werden. Hier ist die Bindung des Nutzers an die App gefragt, damit er regelmäßig zurückkommt, um Inhalte oder neue Funktionalitäten hinzuzukaufen.
Matt Murphy, Manager iFund & Partner KPCB
Als erfolgversprechend gelten auch Service-Konzepte, die den Marktteilnehmern in der App Economy bei der Ausübung ihrer Funktionen helfen: analog zum Goldrausch, bei dem zum einen diejenigen seltenen Glückspilze verdienen, die große Goldvorräte finden, und zum anderen alle die, die Hilfsmittel wie Spaten, Schaufel und Hacke zur Verfügung stellen, können in der App Economy beispielsweise Unternehmen reüssieren, die Nutzern bessere Möglichkeiten bei der Wahl ihrer Apps bieten, oder die Marktteilnehmer mit Datenmaterial zur App Economy bedienen.
Ob allerdings der ansonsten im Online-Bereich mit Abstand größte Umsatzlieferant - die Werbung - ihrer Rolle auch in der App Economy gerecht werden kann - dazu gingen die Meinungen auseinander: während die Inhalteanbieter stark auf Werbeerlöse setzen, da sie dies aus dem angestammten Online-Geschäft kennen, sind Investoren auf der einen wie Werbetreibende auf der anderen Seite skeptisch, ob in absehbarer Zeit eine ausreichend große Anzahl an Nutzern über Apps angesprochen werden kann: aufgrund der starken Fragmentierung der Betriebssysteme sowie der Endgeräte müssen Apps den unterschiedlichsten Bedingungen angepasst und gerecht werden, um plattform- und geräteübergreifend eingesetzt werden zu können. Da dies sehr kostenintensiv ist, sind viele Apps lediglich für kleine Nutzergruppen verfügbar. An dieser Stelle wird eine Konsolidierung auf Plattform - wie Geräteseite geradezu herbeigesehnt - die, wenn sie einträte, den Wettbewerb in den entsprechenden Bereichen verringern und zu höheren Preisen für die Konsumenten führen würde.
Ad (3): Während bei der Bewertung der verschiedenen Geschäftsmodelle Uneinigkeit besteht, ist die Antwort der appnation conference Teilnehmer auf die Frage nach den Anforderungen an erfolgreiche Apps eindeutig: "Show me apps which solve business problems!" - "Entwickeln Sie Apps, die Unternehmen bei der Lösung von Problemen helfen!" - so bringt der Digital Media Verantwortliche des Elektronikkonzerns General Electric die Sichtweise der Teilnehmer auf den Punkt: Apps, die es Unternehmen ermöglichen, mehr Umsatz zu erlösen, den Umsatz besser zu steuern oder direkten Kontakt mit ihren Kunden aufzunehmen und zu pflegen, werden erfolgreich am Markt platziert werden können. Wenn diese Voraussetzungen vorhanden sind, ist auch die Frage nach dem Geschäftsmodell zweitrangig: Problemlöser werden immer von allen Marktteilnehmern unterstützt und schöpfen ihre Erlöspotentiale von selbst aus.
Diese iPad-App ist das Schreckgespenst für Verlage: "Flipboard", eine Zeitschrift, die für jeden Leser anders ist. Man kann zwar auf bestehende Medienangebote zurückgreifen. Der Clou aber ist, dass viele Artikel Empfehlungen von Facebook- und Twitter-Freunden sind.
Richard, der als einer der ersten Nutzer von Flipboard seine Twitter und Facebook Accounts eintragen konnte (dann kam der Ansturm und seitdem ist es sehr schwierig, Flipboard zu personalisieren), zeigt uns, wie Social Media und das iPad perfekt miteinander harmonieren.
Auf der next10 trafen wir MP3-Miterfinder Karlheinz Brandenburg. In einem sehr netten Gespräch berichtet er von seinen aktuellen Forschungsschwerpunkten und unternehmerischen Aktivitäten - unter anderem mit der IOSONO GmbH. Nicht nur dreidimensionales Hören will er uns beibringen, sondern uns auch von der Plage der Moderne - dem Information Overload - befreien.